Wie wird die Anzahl an Karrierefrauen das Karrieresystem beeinflussen?

ID-100125072Diese Frage kam aufgrund eines interessanten Zitats des Buchautors Clay Shirky auf, der folgende Beobachtung gemacht haben will: „Die Menschheit kann gut damit umgehen wenn etwas wenig vorhanden ist – wir entwickeln ein System oder eine Profession o.ä.. Aber wenn etwas in so großem Maß vorhanden ist, dass es sich nicht länger lohnt, dass man es nicht länger zahlenmäßig messen muss, findet echte soziale Veränderung statt“.

Er bezieht das vor allem auf Kollaborationsmuster und führt als Beispiel die Entwicklungen im Bereich Musik, Film und Nachrichten durch das Internet an.

Die Möglichkeiten, die sich dort der ganzen Welt bieten, haben diese Branchen disruptiv „kalt erwischt“. Shirky sagt, die kleinen Firmen nehmen den großen nicht ihren Umsatz weg, sondern zerstören schlichtweg die Grundlagen für den Umsatz und lassen ihn verschwinden.

Ich glaube, dass diese Idee auch auf die immer stärkere Zahl von Karrierefrauen und das bewusste Suchen und Einsetzen von ihnen gelten kann.

Unstimmig im Übergang

Durch diese Veränderung im Zusammenarbeitsgefüge in der Karrierewelt lassen sich zwei verschiedene große Veränderungen ableiten:

  • a)      Männer verhalten sich anders
  • b)      Frauen verhalten sich anders

Das klingt total profan, bedeutet aber letztendlich, dass sich quasi die komplette Arbeitswelt in einer Art Evolutionsphase befindet, die teilweise weh tut.

Hier stehen Abwehrverhalten oder Gönnerhaftigkeit neben übersteigertem Selbstbewusstsein oder Rollen-Unsicherheit.

Das Kollegen-, Team- und Chef-Gefüge entwickelt sich weiter und muss sich den neuen Entwicklungen anpassen.

Wie soll das gehen?

Trotz der Erfolge der Frauenbewegung in der Vergangenheit fühlt es sich für mich persönlich an, als hätte die aktive und starke Förderung der Karrierefrau (mit entsprechendem medialen Aufsehen) erst circa in den letzten zwei Jahren so richtig begonnen.

Aber seit dem geht die Post ab. Führungsquoten, Förderprogramme so weit das Auge reicht, interne Förderung und Bevorzugung – plötzlich scheint vieles möglich und viele Türen zumindest ein Stück weiter offen.

Und ich sage: Auf jeden Fall machen, nutzen, wachsen. Aber dabei sollte der Evolutionsprozess, in dem wir uns mit den weiblichen und männlichen Kollegen befinden, nicht vergessen werden.

Professionelles Auftreten und vor allem ein kleines bisschen Demut, Selbstreflektion und Geduld können da auf allen Seiten Wunder wirken.

Es ist auch die bessere Taktik, um letztendlich zu bekommen, was man will, ohne verbrannte Erde zu hinterlassen.

Das heißt aber nicht, dass man seine Ambitionen zurücknehmen, seine Forderungen herabsetzen oder seine Ziele niedriger stecken sollte. Auf gar keinen Fall und unter keinen Umständen! Es legt nur nahe, nicht über alles und jeden drüber zu bulldozen auf dem Weg dahin.

Wie seht ihr das?

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Warum es ruhig war auf Kopf und Eier

Im letzten Herbst habe ich einen neuen Job angefangen und dort erfahre ich eine Freiheit, Offenheit und einen Glauben an meine Fähigkeiten, die keinen Raum für Beschwerde über falsche Behandlung von Frauen lässt.

Und ich möchte mich fast entschuldigen, dass ich keinen Anlass hatte, meine Gedanken oder gesellschaftliche Beobachtungen hier aufzuschreiben– ich habe mir vorgenommen, das jetzt wieder zu tun. Ungeachtet davon, dass sich bei meiner direkten Arbeit relativ wenig Ärgerliches abspielt.

Ich hoffe, ihr seid noch da draußen – denn eure Ideen für Themen sind mir herzlichst willkommen.

Also, lasst uns gemeinsam schauen, wie 2014 für Frauen mit Kopf und Eiern so wird.

Was hindert Frauen, Führungspositionen einzunehmen

Bei mir geht es derzeit im Job intensiv zu – deshalb die Stille im Moment. Ich habe euch aber nicht vergessen. Gerade habe ich diese Infographik gefunden und dachte, die muss geteilt werden.

Seht ihr das auch so? Ist es die (Nicht-)Vereinbarkeit von Beruf und Karriere, die uns am meisten aufhält? Ich finde Platz zwei „klassische Rollenbilder“ gewichtiger. Taucht aber in dem Veränderungsteil nicht wirklich wieder auf, was vielleicht den Punkt weiter stützt. Was meint ihr?slide-1-638

Frauen sollten wissen, was sie unterbewusst antreibt

ID-10059129Wenn ich im Job in Situationen komme, die mir turbulent vorkommen, wende ich mich an die Menschen um mich herum, um Rat und Außenperspektive zu bekommen. Das hilft mir, den Wirr-Warr in meinem Kopf und Bauch zu ordnen.

Meine Mentorin hat ein gutes Händchen für wichtige Impulse, die mich zum Nachdenken bringen und mir neue Sichtweisen aufzeigen.

Dieses Mal antwortete sie auf die Frage, ob ich wegen meines Verhaltens ein schlechtes Gewissen haben muss mit einem Quiz: Welche inneren Treiber habe ich?

Von den inneren Treibern habe ich schon mal gehört – ihr vielleicht auch.

Was dich bewegt

Sie lauten:

  • Sei perfekt!
  • Sei schnell!
  • Mach es allen recht!
  • Streng dich an!
  • Sei stark!

Na, habt ich schon spontan eine Idee, welche eure stärksten Treiber sind? Ich war mir nicht ganz sicher und hab deshalb den Test gemacht.

Lustigerweise kam dabei heraus, dass alle etwa gleich stark bei mir ausgeprägt sind – die beiden Gewinner (mit nur 2-3 Punkten) waren Mach es allen recht! Und Streng dich an!

Was aber noch bezeichnender ist, ist dass diese beiden exakt auf die Situation, die mir Bauchschmerzen bereitet hat, passen. Meine Frage dazu war nämlich – sollte man sein Revier markieren oder alle einbeziehen.

Da waren wohl meine beiden Haupttreiber im Ringkampf…

Nabelschau

Warum ist es wichtig, diese Treiber zu kennen? Gerade im Job haben manche Frauen – und ich gehöre dazu – das Bedürfnis, Situationen zu überblicken, Verhalten zu interpretieren und dann Konsequenzen für das eigene Handeln daraus abzuleiten.

Die Kenntnis dieser Treiber kann uns dabei helfen, das Subjektive herauszusieben und stattdessen, die Situation klarer zu sehen und unser Verhalten entsprechend darauf abzustimmen.

Oder mit den Worten meiner Mentorin: Ein schlechtes Gewissen zu haben, ist auf jeden Fall nicht nötig.

Denn diese Treiber sind, wie wir nun mal gestrickt sind. Sie determinieren unsere Handlung auf der einen, aber auch unsere Interpretationen auf der anderen Seite.

Deshalb, Ladies, einmal tief durchatmen. Und vielleicht hilft das Wissen um den Treibrn in der nächsten turbulenten Situation etwas gelassener zu bleiben.

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Wie viele Karrierefrauen braucht es, um Unternehmen positiv zu beeinflussen?

ID-10034798Seit einiger Zeit lese ich das Web-Magazin „InPowerWomen“ und greife immer mal wieder ein Thema von dort auf, weil ich sie gut finde. Jetzt habe ich allerdings dort ein Video gefunden, in dem die Initiatorin, Dana Theus, von der „30% Lösung“ spricht, was mich zum Nachdenken gebracht hat.

Sie behauptet, dass wissenschaftliche Untersuchungen ergeben haben, dass der einzig sichere Faktor, wie Gruppen bessere Ergebnisse abliefern, ist, dass mindestens 30% der Gruppenmitglieder Frauen sind.

Na, das mindestens hab ich jetzt mal dazu geschrieben. Sie sagt, dass die 30% der entscheidende Faktor ist. Als ob 3 Frauen gegen 7 Männer ein wünschenswertes Verhältnis wäre.

Sie führt als Beispiel beeindruckende Zahlen aus Vorstandsriegen an, bei denen dieses Verhältnis besteht und massive positive Veränderungen im sozialen wie im ökonomischen Sinne stattgefunden haben.

So weit, so alte Leier. Das sagen wir ja schon lange – dass Diversity bessere Business-Ergebnisse bringen.

Ein bisschen mehr?

Was mir allerding quer saß, ist die Aussage, dass die Veränderung nicht durch Qualifikationen, Erfahrung oder sonstiges herbeigeführt wird, sondern durch bloße Anwesenheit.

„Seid anwesend und sagt ein bisschen mehr, als ihr normalerweise in eurer Komfortzone würdet“, ist der Rat.

Das ist zwar genau die Weisheit der kleinen Schritte, von der ich auch schon gesprochen habe, aber doch ein bisschen platt, finde ich.

Dass allein die Präsenz von mehr X-Chromosomen zu mirakulösen Positiv-Entwicklungen im Business führen sollen, finde ich, klingt als bräuchten die Männer Aufpasserinnen.

„Jetzt lasst euch doch alle mal aussprechen“ oder „Ja, der Hans darf seine Idee auch sagen“ oder „Jetzt lass den Peter mal sein Feedback unkommentiert zu Ende sagen, Rainer“ wären da denkbare Szenen.

Fr-Angst

Die Vortragende sagt – statt meiner Predigt für mehr weibliche Eier – wir sollen uns an der Disney-Prinzessin Merida ein Beispiel nehmen und uns Pfeil und Bogen zulegen.

Ganz ehrlich, Ladies, wenn ihr einen Rat wie: Seid bitte anwesend und sagt auch was, das wird die Welt verändern hört, denkt ihr dann nicht, dass wir uns etwas lächerlich verhalten?

Muss man uns so etwas ernsthaft mit auf den Weg geben? Ich glaube schon, dass der Rat zu diesem Zeitpunkt berechtigt ist, aber ich finde es traurig, dass wir ihn zu brauchen scheinen.

Deshalb, meine Lieben, mein Rat: Sagt Tschüß zur Fr-Angst. Legt die euch ureigene Frauen-Angst morgens mal in den Schrank und macht was ganz Verrücktes und meldet euch im Meeting nicht einmal, nicht zweimal, sondern dreimal zu Wort. J

Ich verspreche euch, andere von der Fr-Angst geplagte werden es euch nicht nur danken, sondern hoffentlich auch nachmachen.

Was sagt ihr zu der „30% Lösung“?

Hier noch das Video, von dem ich sprach:

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Frauen sollten in ihrem Arbeitsumfeld Veränderungen anstoßen

Screen Shot 2013-10-23 at 07.17.21In mein Poesiealbum schrieb meine Lieblingslehrerin in der Grundschule: „Wenn viele kleine Menschen, viele kleine Dinge tun, können wir gemeinsam das Angesicht der Welt verbessern.“ Gerade habe ich die aktuelle Werbekampagne der UN Women gesehen und nehme diese zum Anlass, uns an diesen Spruch zu erinnern.

In dieser Werbekampagne sehen wir eine Reihe Frauen – jede von ihnen könnte eine Kollegin, eine Freundin oder wir selbst sein.

Diese Frauen haben über ihrem Mund eine Google-Such-Anzeige, die mit ein paar nicht wertenden Worten über Frauen beginnt, dann aber in den Vorschlägen sexistische, unterdrückende, diskreditierende Beiträge zeigt.

Angeblich beruht diese Kampagne auf realen Suchergebnissen und zeigt, wie sehr Vorurteile und Hindernisse für Frauen real existieren.

Deshalb habe ich meinen Poesie-Spruch rausgekramt. Ladies, lasst ihn uns beherzigen.

Aller Anfang

Wir leben in einer Zeit, in der das Thema Frauenrecht, Gleichberechtigen, Frau & Karriere viel Aufmerksamkeit erhält.

Allerdings ist vieles davon heiße Luft. Wir haben nur an wenigen Stellen eine Frauenquote, viele Chefs und CEOs sind Männer und häufig ist es immer noch schwer, Familie und Beruf zu vereinbaren (für Männer wie für Frauen).

Aber immerhin leben wir nicht mehr in dem Glauben, dass die Frauenbewegung im letzten Jahrtausend das Ende war. Wir spüren, dass es eine neue Welle der starken Frauen geben muss und wird, die unsere Arbeitswelt und Gesellschaft prägen werden.

Diese Welle sind wir.

Wenn ich in der Vergangenheit von meinem Blog berichtet habe, sagen viele Frauen: „Ja, aber was kann ich schon tun?“

Schluss mit „Kopf-in-den-Sand“

Gemeinsam können wir alles verändern – so, wie der Spruch sagt. Deshalb muss aber jede von uns ihren Anfang irgendwo machen.

Du wirst an deinem Arbeitsplatz unterschätzt, weil du jung bist, blond bist, es eine „Männerdomäne“ ist? Überleg dir eine Kleinigkeit, die das verändert.

Setz dich anders hin. Sprich häufiger in Meetings. Zieh dich anders an. Sprich mich ruhiger, tiefer Stimme.

Kurz: Leg dir ein paar kleine Eier zu und lass sie wachsen. Bis zu auf dem Boden Baumeln und die Leute rechts und links den Korridor ehrfürchtig räumen.

Und dann: Gib die Eier-Fackel weiter. Gibt einer Kollegin, einer Freundin, einer Frau wie auf den UN Bildern den Anstoß und in weniger als einem Jahrzehnt wird die Welt radikal anders für Frauen aussehen.

Zerstört ein Namenswechsel die eigene Marke für Frauen?

ID-100126928„Warum brechen wir nicht langsam diese Regeln und sind selbstbewusste, moderne Frauen?“, diese Frage stellt aktuell ein im Social Web diskutierter Artikel. Berechtigte Frage, die ich hier ja auch regelmäßig aufwerfe – allerdings behauptet besagter Artikel, dass Frauen, die bei der Heirat den Namen des Mannes annehmen, unemanzipiert sind.

Das scheint aber nicht mal der schlimmste Aspekt für die Autorin – schlimmer sei, dass Frauen so ihre eigene Marke im Netz ruinieren/aufgeben (was ebenfalls unemanzipiert sei).

Ich muss sagen, die Argumente rund um die Marke leuchten mir sogar ein. Habe ich ebenfalls drüber nachgedacht und spüre einen Unwillen, meinen Namen herzugeben.

Dass es allerdings ein „Kleinmädchentraum“ sei, dessen Erfüllung die gesamte Frauheit in die Zeit der Unmündigen, Nicht-Wählenden, am Lagerfeuer-Sitzenden zurückwirft, ist meiner Meinung nach eine bullshit-triefende Verklärtheit.

Ich will so bleiben, wie ich bin

Wer in der Internet-, Kommunikations-, Marketings- oder einer sonstigen öffentlichkeitswirksamen Branche unterwegs ist, kennt das „Problem“ mit dem Namen.

Es stimmt, dass Vortrags- und Auftragsbuchungen davon abhängen können. Wahrscheinlich sogar zu einem Teil Karriereschritte.

Deshalb sollte das sicherlich gut überlegt sein.

Aber glücklicherweise sind diese öffentlichkeitswirksamen Frauen (Paare) meist so clever und aufgeklärt, dass sie das hinbekommen und auf ihren eigenen Werten basierende Entscheidungen treffen, die wahrscheinlich sogar das eigene Google-ranking mit einbeziehen.

Selbstaufgabe?

Der Knackpunkt an dem Artikel ist daher für mich die Abkanzelung dieser Entscheidung als „Kleinmädchentraum“.

Meine Interpretation dieses Begriffs in diesem Kontext ist:

Als kleine Mädchen träumen wird davon, zu einem Mann zu gehören. Zu einer fremden Familienlinie, in die wir uns eingliedern. Eigentlich warten wir sogar darauf, dass wir endlich unseren „richtigen“ Namen innerhalb des Patriarchats bekommen und zu Cinderella Charmings werden.

Das wäre tatsächlich unemanzipiert. Entbehrt ja aber auch zu m Glück jeder realistischen Grundlage.

Kleine Mädchen träumen sicherlich von vielem, vielleicht sogar manche von Prince Charming. Aber erwachsenen Frauen, die ihren Namen ändern, generalisiert eine unerwachsene Naivität anzuheften ist frech.

Wie seht ihr das?

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